Kindergartenplätze
Gratiskindergärten! Gut gemeint ist hier das Gegenteil von gut gemacht!
Als die Steiermark als eines der drei ersten Bundesländer Österreichs den Gratiskindergarten eingeführt hat, stieß diese Entscheidung auf breite Zustimmung. Allerdings wurde schon zu Beginn von Expertenseite gewarnt, dass die Umsetzung dieser Maßnahme logistisch genau geplant werden müsste. Dieser Einwand dürfte Frau Landesrätin Vollath allerdings entgangen sein, denn sie legte bei ihrer Umsetzungsmethode mehr Wert auf die Medienwirksamkeit als auf die tatsächliche Durchführbarkeit. Anders ist es nicht zu erklären, dass auf eine wesentliche Gruppe keine Rücksicht genommen wird.
"Berufstätige, besonders alleinerziehende, Mütter stehen nach Ablauf ihrer Karenzzeit vor dem Problem, dass während des laufenden Kindergartenjahres nahezu kein Kindergartenplatz zu bekommen ist. Wenn Mütter bspw. über das AMS an einen Arbeitsplatz vermittelt werden, so wird ihnen die Möglichkeit angepriesen, sich mit der Kinderdrehscheibe in Verbindung zu setzen, welche kurzfristig für einen Kinderbetreuungsplatz sorgen soll. Leider sieht die Realität aber ganz anders aus. Die gegenständliche Einrichtung ist total überfordert und zumeist auch außer Stande für einen entsprechenden Betreuungsplatz zu sorgen, da weder ausreichend Kindergartenplätze noch Tagesmütter zur Verfügung stehen. Hier fragen sich viele Mütter zu Recht, warum der Gratiskindergarten derart vollmundig angekündigt wurde, wenngleich de facto keine Plätze zu bekommen sind. Wenn die ausreichenden Ressourcen nicht zur Verfügung stehen, hilft es wenig, wenn diese im Falle des Vorhandenseins gratis wären", ärgert sich Gemeinderätin Benedik, die auch eine Lösung für Frau Landesrätin Vollath bereit hält:
"Zuerst muss der tatsächliche Bedarf anhand der Geburtenrate erhoben und den augenblicklich vorhandenen Betreuungsplätzen gegenübergestellt werden. Aus dieser Milchmädchenrechnung lässt sich dann der tatsächliche Mehrbedarf ableiten. Hieraus hätte Frau Landesrätin Vollath bereits erkennen können, dass dringender Handlungsbedarf gegeben ist. Ich fordere daher den sofortigen Ausbau der heimischen Kinderbetreuungsstätten und die intensive Förderung von Tagesmüttern um in Zukunft Engpässe zu vermeiden. Zusätzlich soll es für berufstätige Mütter einen verbindlichen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz geben", erklärt Gemeinderätin Benedik und ergänzt abschließend:
"Angesichts der aktuellen Geburtenrate wäre eine mütterfreundlichere Politik mehr als angesagt!"
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